Steuer-Basics für Selbstständige
Steuern sind für viele Gründer eines der größten Fragezeichen. Das muss nicht sein – die Grundlagen sind verständlich, wenn man sie einmal erklärt bekommt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Steuerarten, mit denen Selbstständige in Deutschland konfrontiert werden.
Einkommensteuer
Als Selbstständiger versteurst du deinen Gewinn – also Einnahmen minus abzugsfähige Ausgaben (Betriebsausgaben). Die Einkommensteuer ist progressiv: Je mehr du verdienst, desto höher der Steuersatz (zwischen 0 % und 42 %, für sehr hohe Einkommen 45 %).
Wichtig: Du zahlst Einkommensteuer nicht monatlich wie ein Arbeitnehmer, sondern in der Regel quartalsweise als Vorauszahlung und dann über die Jahressteuererklärung. Plane mindestens 25–30 % deines Gewinns für Steuern ein.
Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung
Normaler Umsatzsteuersatz in Deutschland: 19 % (ermäßigt 7 % für bestimmte Güter). Als Unternehmer berechnest du deinen Kunden Umsatzsteuer und leitest diese ans Finanzamt weiter.
Die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG): Wenn dein Jahresumsatz im Vorjahr nicht mehr als 22.000 Euro betrug und im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht überschreitet, kannst du auf die Erhebung von Umsatzsteuer verzichten. Vorteil: weniger administrativer Aufwand. Nachteil: Du kannst keine Vorsteuer ziehen.
Gewerbesteuer
Gewerbetreibende (also alle, die ein Gewerbe angemeldet haben) zahlen zusätzlich Gewerbesteuer. Der Hebesatz variiert je nach Gemeinde. Es gibt einen Freibetrag von 24.500 Euro pro Jahr für Einzelunternehmer. Freiberufler (Ärzte, Anwälte, bestimmte IT-Berufe) zahlen keine Gewerbesteuer.
Betriebsausgaben absetzen
Alle Ausgaben, die betrieblich bedingt sind, kannst du als Betriebsausgaben absetzen und damit deinen zu versteuernden Gewinn reduzieren. Typische abzugsfähige Ausgaben: Büromaterial, Software-Abonnements, anteiliges Homeoffice, Telefon und Internet, Weiterbildungen, Fachliteratur, Reisekosten, Steuerberaterkosten.
Buchhaltung und Tools
Als Kleinunternehmer reicht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Für die Buchführung gibt es günstige Tools wie Lexoffice, sevDesk oder FastBill (ab ca. 10 Euro/Monat), die auch die Umsatzsteuer-Voranmeldung vereinfachen.
Fazit
Steuern als Selbstständiger müssen nicht kompliziert sein – aber du solltest die Basics kennen und frühzeitig einen Steuerberater hinzuziehen. Die Kosten dafür sind selbst als Betriebsausgabe absetzbar und zahlen sich durch vermiedene Fehler schnell amortisiert.
Häufige Fragen zu Steuern als Selbstständiger
Muss ich als Freelancer Gewerbesteuer zahlen?
Nein – echte Freiberufler (Künstler, Journalisten, Ärzte, Rechtsanwälte, bestimmte IT-Berufe) sind von der Gewerbesteuer befreit. Andere Selbstständige zahlen Gewerbesteuer, wenn ihr Gewinn den Freibetrag von 24.500 Euro überschreitet.
Wie viel Prozent sollte ich für Steuern zurücklegen?
Als Faustformel: 25–30 % des Gewinns für Einkommensteuer plus ggf. Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag. Bei höheren Einkommen kann es mehr sein.
Lohnt sich ein Steuerberater?
Fast immer. Die Kosten sind absetzbar, und ein guter Steuerberater spart oft mehr, als er kostet. Besonders am Anfang ist die Beratung bei Rechtsform und Regelungen (z.B. Kleinunternehmer) wichtig.